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Entscheidungen der DSV-Schiedsgerichte und Kommentar zur neuen Rechtsordnung und WB-Algemeiner Teil 2004

Der Kommentar zu den Änderungen der Wettkampf-
bestimmungen - Allgemeiner Teil - des DSV vom 01.01.2004 an von Joachim Rösener kann hier heruntergeladen werden.
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Der Kommentar zur neuen Rechtsordnung 2004 von
Joachim Rösener kann hier heruntergeladen werden.
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Die neue Rechtsordnung (beschlossen am 05.04.2003, gültig ab 01.01.2004) finden Sie hier.

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Leitsätze — Sachstand: 02.11.03

Die Entscheidungen der DSV-Schiedsgerichte waren bisher nicht zusammenfassend und allgemein zugänglich dokumentiert. Kaum jemand wird auch die Zeit haben, alle Entscheidungen zu lesen. Joachim Rösener (Vorsitzender des Gruppenschiedsgerichts Nord des DSV) hat deshalb die folgenden Leitsätze aller ihm bekannten und geeignet erscheinenden Entscheidungen des DSV-Schiedsgerichts und der DSV-Gruppenschiedsgerichte seit 1991 erstellt. Die Sammlung wird von Herrn Rösener weiterhin betreut und erweitert.

Stichwortverzeichnis (bitte dem Link folgen)

Startrecht, Wettkampfpass, DMS, Ergebniskorrektur, Vertrauensschutz

A bis O
R bis Z

Abhilfe 07
Anfechtungsklage 40, 43
Antrag 15, 28
Aufnahme 05
Auslandsstartgenehmigung 24
Ausschlussfehler 10
Auszeit 40
Autopanne 17
Bad 25
Befangenheit 34
Beigeladener 19
Beleidigung 45
Disqualifikationsberechtigung 39
Disziplinarmaßnahmen 13
Disziplinarklage 04
DMS 42
Dopingverstoß 18, 31
Durchführungsbestimmungen 22
Einspruch 07
Einstellung des Verfahrens 45
Entlastung 31
Ergebniskorrektur 42
Fachsparte 44
Feststellungsklage 02
Fristversäumung 38, 43
Geldbuße 21
Geltungsbereich 03
Hausrecht 35
Kader 37
Kampfrichtergestellung 27
Landesgruppe 01
Landesverbände 05, 08
Maßnahmen 21
Maßnahmenkatalog 13
Meldung 11
Mitgliedschaft 05
Neuansetzung 20
Nichtantreten 09, 15, 17
Nichterfüllen 11
Nichtvorlage 14, 26
Ordnungsgebühr 23, 30
Parteifähigkeit 44
Prozessvoraussetzung 44

Rechte des Beigeladenen 41
Regelbindung 03
Rücknahme 19
Rundenleiter 22, 39
Schadenersatz 35
Schiedsgericht 08
Schiedsrichtereinsatz 36
Schmähkritik 45
Spielausfall 25
Spielprotokoll 33
Spielverlegung 09, 15
Sportfähigkeitsattest 26
Startgemeinschaft 16
Startrecht 14, 16, 42
Startrechtwechsel 16
Tätlichkeit 45
Teilnahmeberechtigung 01, 20, 27
Teilnahmeverzicht 19
Teilnahmevoraussetzungen 01
Trainer 03
Trainerlizenz 23, 29
Veranstaltungen 08
Verjährung 18
Verlust 12
Veröffentlichung 21
Verschulden 18
Vertrauensschutz 42
Vorlegungszwang 40
Vorteilsregel 40
Wettkampfpass 12, 14, 26, 28, 30
42
Wettkampfsperre 24
Wiedereinsetzung 38, 43
Wiedereintritt 10
Wiederholungsspiel 07
Wirksamkeit 21
Zurückverweisung 06
Zurückziehen 11
Zusatzprogramm 32
Zuschauer 35
Zuständigkeit 08
Zustellungsvollmacht 43

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01 Stichwort: Landesgruppe; Teilnahmeberechtigung

Vorschrift: DSV-Satzung § 3 Abs.3; WB §§ 1 Abs.3, 8 Abs.1a, 103

Leitsatz:

  1. Die Mitgliedschaft eines Landesverbandes (LSV) in einer Landesgruppe ist freiwillig und kann nicht verlangt werden.
  2. Mannschaften von Vereinen, die sich für die 2. Bundesliga Schwimmen des DMS qualifiziert haben oder in diese Liga abgestiegen sind, können bei den DMS unabhängig davon starten, ob ihr LSV Mitglied in einer Landesgruppe ist.

Entscheidung: GSG Nord 10.01, B. v. 07.01.2002

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02 Stichwort: Feststellungsklage

Vorschrift: DSV-RO § 13 b

Leitsatz:

Bei Feststellungsklagen muss der Kläger anders als bei Maßnahmeklagen nicht in seinen Rechten verletzt sein, sondern ein berechtigtes Interesse an der begehrten Feststellung haben.

Entscheidung: GSG Nord 10.01, B. v. 07.01.2002

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03 Stichwort: Trainer; Regeln

Vorschrift: DSV-RO § 2

Leitsatz:

Trainer, die nicht Mitglied eines Vereins eines Landesverbandes sind, unterliegen den Regeln des DSV, wenn sie sich diesen vertraglich unterworfen haben.

Entscheidung: GSG Nord 9.01, B. v. 25.10.2001

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04 Stichwort: Disziplinarklage

Vorschrift: DSV-RO §§ 31, 33 Abs.3, 14

Leitsatz:

Die Verfolgung von Disziplinartatbeständen ist allein Sache des Disziplinarberechtigten oder ggf. des Disziplinarsachbearbeiters. Nur wenn dieser begründet der Ansicht ist, das seine Disziplinargewalt für den festgestellten Tatbestand nicht ausreicht, kann er eine Disziplinarklage beim Schiedsgericht erheben.

Entscheidung: GSG Nord 7.01, B. v. 08.09.2001

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05 Stichwort: Mitgliedschaft; Aufnahme

Vorschrift: DSV-RO § 13 a Abs.3; BGB §§ 58, 138; GG Art.109,
Satzg. Berliner Schwimm-Verband § 4

Leitsatz:

Ein Landesverband (LSV) braucht einen Verein trotz Vorliegen der formellen satzungsgemäßen Voraussetzungen für eine beantragte Mitgliedschaft nicht aufzunehmen, wenn nachgewiesen ist, dass das Verhalten der Repräsentanten des Bewerbers quasi im Vorhof der Aufnahme bei einer Mitgliedschaft zum Ausschluss geführt hätte. Die Entscheidung des LSV ist eine Ermessensentscheidung, bei der eine monopolartige Stellung des Landesverbandes zu berücksichtigen ist.

Entscheidung: GSG Nord 5.01, B. v. 27.07.2001

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06 Stichwort: Zurückverweisung

Vorschrift: DSV-RO § 26 Abs.1; ZPO § 1059

Leitsatz:

Ein Rechtsmittelgericht kann die Sache zur richtigen Sachbehandlung und erneuten Entscheidung an die Vorinstanz zurückverweisen, wenn die angefochtene Entscheidung der Vorinstanz mit so schwerwiegenden Mängeln behaftet ist, dass sie bei einem Aufhebungsantrag nach § 1059 ZPO von einem ordentlichen Gericht aufgehoben werden würde (mangelnde Zustellung der Klage, mangelnde Anhörung des Gegners, mangelnde Beiladung). Das Rechtsmittelgericht kann selbst entscheiden, wenn dem Rechtsmittelführer dadurch kein Nachteil entsteht.

Entscheidung: GSG Nord 5.01, B. v. 27.07.2001

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07 Stichwort: Abhilfe; Wiederholungsspiel

Vorschrift: WB §§ 27 Abs.6, 347

Leitsatz:

Möglichkeiten und Art der Abhilfe eines begründeten Einspruchs sind nicht geregelt. Sie bleiben dem Entscheidungsberechtigten überlassen. Die Anordnung eines Wiederholungsspiels ist daher vom Grundsatz her zulässig, wenn die §§ 27 und 347 WB beachtet werden.

Entscheidung: DSV-SG 2.01, B. v. 10.09.2001 (GSG Nord 4.01)

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08 Stichwort: Schiedsgericht; Zuständigkeit; Veranstaltungen mehrerer Landesverbände

Vorschrift: DSV-RO § 8 Abs.1

Leitsatz:

Bei gemeinsamen Rundenspielen mehrerer Landesverbände im Wasserball ist in erster Instanz das für den Verband des Veranstalters, das heißt desjenigen, der den Rundenleiter stellt, das zuständige Landesschiedsgericht.

Entscheidung: GSG Nord 3.01, B. v. 07.06.2001

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09 Stichwort: Spielverlegung; Nichtantreten

Vorschrift: WB §§ 311 Abs.1 u.2, 312 Abs.2, 314 Abs.1a

Leitsatz:

  1. Eine telefonisch beantragte Verlegung eines Wasserballspiels ohne Beweisantritt für die Verhinderung der Spieler, ohne mit dem Gegner abgestimmtem Terminvorschlag und ohne Zahlung der Verwaltungsgebühr ist unwirksam.
  2. Wer keinen wirksamen und begründeten Antrag auf Spielverlegung stellt und gar keine Mannschaft aufstellt, kann sich nicht darauf berufen, alle den Umständen nach gebotene Sorgfalt aufgewendet zu haben, damit seine Mannschaft den Spielort erreicht und antritt. Die Mannschaft ist nicht angetreten.

Entscheidung: GSG Nord 1 und 2.01, B. v. 22.03.2001

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10 Stichwort: Ausschlussfehler; Wiedereintritt

Vorschrift: WB §§ 338 Abs.3 b 1.Spiegelstrich, 22 Abs.2

Leitsatz:

Ein Wasserballspieler muss sich auf das Wiedereintrittszeichen des Schiedsrichters oder Sekretärs verlassen. Schwimmt ein Spieler auf Grund eines falschen Wiedereintrittszeichen in das Spielfeld ein, darf er nicht ausgeschlossen werden, weil ein Fehler des Spielers diesem nicht angerechnet werden darf, wenn ein Fehler eines Kampfrichters diesen verursacht hat.

Entscheidung: GSG Nord 3.00, B. v. 19.10.2000

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11 Stichwort: Nichterfüllen einer Meldung; Zurückziehen einer Wasserballmannschaft

Vorschrift: WB §§ 305 Abs.2 und 3, 312, 313, 20 Abs.2 und 3

Leitsatz:

  1. Eine in den Durchführungsbestimmungen enthaltene Bestimmung, das Zurückziehen einer Wasserballmannschaft sei hinsichtlich der Ordnungsgebühr mit dem Nichtantreten einer Mannschaft (§§ 312, 313) gleichzusetzen ist eine für Ordnungs- und Disziplinarmaßnahmen unzulässige Analogie.
  2. Die Folgen des Zurückziehens einer Wasserballmannschaft sind hinsichtlich der Wertung der Spiele in § 305 Abs.2 und 3 WB und hinsichtlich einer Festsetzung eines erhöhten nachträglichen Meldegeldes in § 20 Abs.2 und 3 WB geregelt.

Entscheidung: GSG Nord 01.00, B. v. 15.02.2000

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12 Stichwort: Wettkampfpass; Verlust

Vorschrift: WB § 8 Abs.13; DSV-RO §§ 32 Abs.1 und 2, 33 Abs.1 a

Leitsatz:

  1. Die Festsetzung einer Geldbuße nach § 8 Abs.13 WB gegen einen Verein wegen der Teilnahme von Schwimmern an einem Wettkampf ohne Teilnahmeberechtigung ist eine Disziplinarmaßnahme.
  2. Der Verlust eines Wettkampfpasses führt immer auch zum Verlust des Besitzes, weil der Passinhaber auf den Wettkampfpass nicht mehr einwirken kann, weder mittelbar, wenn er ihn selbst verwaltet, noch unmittelbar, wenn er ihn durch seinen Verein verwalten lässt.
  3. Die unsorgfältige und nicht fachgerechte Verwaltung der Wettkampfpässe durch sein Personal muss sich ein Verein grundsätzlich zurechnen lassen.

Enscheidung: GSG Nord 6.99, B. v. 17.06.1999

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13 Stichwort: Disziplinarmaßnahmen; Maßnahmenkatalog

Vorschrift: DSV-RO § 33 Abs. Buchstabe a

Leitsatz:

Der Katalog der verhängbaren Disziplinarmaßnahmen nach § 33 Abs.1 Buchstabe a DSV-RO ist eine mit der Warnung anfangende aufsteigende Reihenfolge, die es nur bei besonders schweren Verfehlungen zulässt, auch beim ersten Mal eine schärfere Maßnahme zu verhängen.

Entscheidung: GSG Nord 1.96, B. v. 09.02.1996

GSG Nord 4.99, B. v. 27.04.1999

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14 Stichwort: Startrecht; Nichtvorlage des Wettkampfpasses

Vorschrift: WB § 8 Abs.2 und 15

Leitsatz:

  1. Ein Schwimmer behält sein erworbenes oder erteiltes Startrecht sein Leben lang, wenn er es nicht wechselt.
  2. Die Nichtvorlage eines Wettkampfpasses bedeutet nicht ohne Weiteres, dass ein Schwimmer kein Startrecht für den meldenden Verein hat (§ 8 Abs.1 Buchstabe b und Abs.15 WB). Das Startrecht kann auch anders nachgewiesen werden.
  3. Die Nichtvorlage kann allerdings bedeuten, dass die weiteren Teilnahmevoraussetzungen nach § 8 Abs.1 c und d WB nicht gegeben sind, und die in § 8 Abs.13 oder 14 WB vorgesehenen Maßnahmen auslösen.

Entscheidung: GSG Nord 3.99, B. v. 27.04.1999

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15 Stichwort: Nichtantreten; Antrag auf Spielverlegung

Vorschrift: WB §§ 311 Abs.1, 312 Abs.2

Leitsatz:

Ein Antrag auf Spielverlegung im Wasserball muss dem Rundenleiter spätestens drei Tage vor Spielbeginn vorliegen. Bei Nichtantritt kann der Kläger sich auf später eingegangene Anträge im Rahmen des § 312 Abs.2 nicht berufen.

Entscheidung: GSG Nord 2.99, B. v. 07.04.1999

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16 Stichwort: Startrecht; Wechsel zu einer Startgemeinschaft

Vorschrift: WB §§ 5 Abs.3, 9,10, 11

Leitsatz:

  1. Die Bestimmung in § 5 WB zur Bildung von Startgemeinschaften, in § 8 WB zur Teilnahmeberechtigung und die Bestimmungen zum Startrechtwechsel in den §§ 9 bis 11 WB betreffen drei verschiedene Sachverhalte.
  2. Die Bekanntgabe der Genehmigung einer Startgemeinschaft durch den zuständigen Fachwart betrifft nur diesen Sachverhalt (§ 5 WB) und begründet nicht den Startrechtwechsel von Schwimmern, auch wenn dem Genehmigungsantrag eine Liste der betroffenen Schwimmer beigefügt war.
  3. Ein Startrechtwechsel ohne Einhaltung des dafür vorgesehenen Verfahrens und ohne Eintragung in den Wettkampfpass ist nicht vollzogen (§§ 9 bis 11 WB).

Entscheidung: GSG Nord 1.99, B. v. 09.02.1999

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17 Stichwort: Nichtantreten; Autopanne

Vorschrift: WB §§ 312 Abs.2

Leitsatz:

  1. Bei der Frage, ob die nicht oder nicht vollständig angetretene Wasserballmannschaft alle den Umständen nach gebotene Sorgfalt aufgewendet hat, um rechtzeitig anzutreten, handelt es sich immer um eine Entscheidung des Einzelfalls. Generell dürfen jedoch an die Sorgfaltspflicht in diesem Sinne keine zu hohen Anforderungen gestellt werden. Maßgebend ist, ob die Verhinderung auf einen Ereignis beruht, das bei äußerster, billigerweise zu erwartender Sorgfalt nicht vorausgesehen und verhütet werden konnte.
  2. Bei einer Autopanne handelt es sich nicht um höhere Gewalt (GSG West). Nicht voraussehbar sind Ort, Art und Dauer einer Autopanne.
  3. Die Sorgfaltspflicht endet mit der Ankunft.

Entscheidung: GSG Nord 1.97, B. v. 24.05.1997

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18 Stichwort: Dopingverstoß; Verschulden; Verjährung

Vorschrift: DSV-RO §§ 32 Abs.2, 38 Abs.1

Leitsatz:

  1. Disziplinarmaßnahmen im Sinne der Antidopingbestimmungen (ADB) sind rechtlich keine anderen als solche im Sinne der Rechtsordnung. Für die Verhängung von Disziplinarmaßnahmen gegen eine Einzelperson ist deshalb auch bei einem Dopingverstoß deren schuldhaftes Handeln erforderlich (§ 32 Abs.2 DSV-RO).
  2. Eine Sanktion, z.B. eine Disqualifikation, für den bei einem konkreten Wettkampf objektiv gegebenen Dopingverstoß ist auch bei schuldlosem Verhalten des Schwimmers zulässig.
  3. Die Verjährungsfrist beginnt nur und erst dann zu laufen, wenn dem zur Ahndung von Verstößen gegen die ADB allein zuständigen Antidopingbeauftragten die erforderlichen Unterlagen vorliegen. Die Kenntnis anderer Personen ist nicht maßgebend.

Entscheidung: DSV-SG, B. v. 23.08.1994 (GSG Nord 5.94)

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19 Stichwort: Rücknahme eines Teilnahmeverzichts; Rechte des Beigeladenen

Vorschrift: DSV-RO §§ 12 Abs.2 und 5, 13 a Abs.3

Leitsatz:

  1. Beigeladene dürfen auch dann ein Rechtsmittel einlegen, wenn keiner der Hauptbeteiligten (Kläger oder Beklagter) ein Rechtsmittel eingelegt hat.
  2. Ein Verzicht auf die Teilnahme an einer Wettkampfveranstaltung (Runde) ist eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung, die mit ihrem Zugang unmittelbar rechtsgestaltend wirkt. Wegen ihrer Gestaltungswirkung ist eine einseitige Rücknahme nicht mehr möglich. Möglich ist jedoch eine Rücknahme durch Vertrag. Dafür ist keine Form vorgeschrieben. Die Annahme des Angebots durch den zuständigen Fachwart, ggf. durch beiderseitiges konkludentes Verhalten, ist eine Ermessensentscheidung des Fachwarts und unterliegt der Ermessensprüfung nach § 39 Abs.3 DSV-RO (jetzt: § 13 a Abs.3 DSV-RO).

Entscheidung: DSV-SG, B. v. 23.04.1992 (GSG Nord 1 und 2.1992)

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20 Stichwort: Teilnahmeberechtigung; Neuansetzung eines Wasserballspiels

Vorschrift: WB §§ 8 Abs.1 d, 8 Abs.13 Satz 1, Satz 2 und 3, 311, 312

Leitsatz:

  1. Der für den Wettkampf verantwortliche Schiedsrichter hat zu verhindern, dass Schwimmer ohne Teilnahmeberechtigung (z.B. wegen fehlender gültiger Gebührenmarke im Wettkampfpass) am Wettkampf teilnehmen. Er ist verpflichtet, ein Wasserballspiel nicht anzupfeifen, solange sich der oder die betreffenden Spieler noch im Wettkampfbereich als Spieler aufhalten (§8 Abs.13 Satz1 WB).
  2. Die Rechtsfolgen Spielverlust und Geldbuße gelten nur für den Fall, dass im Nachhinein festgestellt wird, dass die Teilnahmeberechtigung fehlte (§ 8 Abs.13 Satz 2 und 3).
  3. Pfeifen Schiedsrichter in Kenntnis der fehlenden Teilnahmeberechtigung eines Spielers gleichwohl ein Wasserballspiel an, treffen sie eine Fehlentscheidung, die keine Tatsachenentscheidung ist. Danach kann nur die Neuansetzung des Spieles die einzige Konsequenz sein.
  4. Kann das Wasserballspiel in entsprechender Anwendung der §§ 311,312 WB nicht kurzfristig und in jedem Falle vor Abschluss der Runde neu angesetzt werden, ist das Spiel wegen eines Regelverstoßes, den der Kläger nicht zu vertreten hat, überhaupt nicht zu werten.

Entscheidung: GSG Süd 6.97, B. v. 28.08. 1998 (BadSG)

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21 Stichwort: Veröffentlichung; Wirksamkeit von Maßnahmen

Vorschrift: WB § 304 Abs.1 (F.1995)

Leitsatz:

  1. (Die Meldung eines Jugendspielers für die offene Klasse ist mit ihrem Eingang beim zuständigen Wasserballwart wirksam.)
  2. Die Veröffentlichung einer Maßnahme ist nur dann Voraussetzung für deren Wirksamkeit, wenn dies die Wettkampfbestimmungen und die Rechtsordnung eindeutig vorsehen. Dies ist z.B. bei der Übertragung der Disziplinarberechtigung und deren Rücknahme im amtlichen Organ des DSV der Fall (§ 31 Abs.3 DSV-RO).

Entscheidung: DSV-SG 1.96, B. v. 15.05.1996 (GSG Süd 1.96)

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22 Stichwort: Rundenleiter; Durchführungsbestimmungen

Vorschrift: WB §§ 302 Abs.2, 303, 306; DSV-RO § 40 Abs.3 (jetzt: § 13 a Abs.3)

Leitsatz:

  1. Aus rechtlicher Sicht bestehen keine Bedenken, wenn ein Wasserballwart seine Befugnis Durchführungsbestimmungen zu erlassen wirksam auf einen Bevollmächtigten (Rundenleiter) überträgt. Liegt eine wirksame Übertragung der Befugnisse vor, sind die von dem Bevollmächtigten erlassenen Durchführungsbestimmungen wirksam, sofern sie den WB entsprechen und kein Ermessensmissbrauch vorliegt.
  2. Das Schiedsgericht ist nicht berechtigt, eigenes Ermessen an die Stelle der angefochtenen Ermessensentscheidung zu setzen. Es kann lediglich überprüfen, ob die Ermessensentscheidung rechtswidrig ist, weil die Grenzen des Ermessens überschritten sind oder von dem Ermessen in fehlerhafter Weise Gebrauch gemacht wurde.

Entscheidung: DSV-SG, B. v.13.02.1995 (GSG Süd 8.94)

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23 Stichwort: Trainerlizenz; Ordnungsgebühr

Vorschrift: DSV-RO §§ 31 Abs.2, 36 Abs.1 (jetzt § 33 Abs.1); WB §§ 348, 346

Leitsatz:

  1. Die Rechtsordnung ermächtigt den disziplinarberechtigten Fachwart auch zur Verhängung von Ordnungsmaßnahmen; seine Befugnis ist nicht auf Disziplinarmaßnahmen beschränkt. In diesem Umfang geht die Ermächtigung auch auf einen Rundenleiter über, wenn diesem die Disziplinarberechtigung nach § 31 Abs.2 und 3 RO übertragen wurde.
  2. Die nach § 348 WB verlangten Trainerlizenzen sind Wasserball-Trainerlizenzen. Andere Trainer-Lizenzen, die für die anderen im Bereich des DSV ausübbaren Sportarten ausgestellt sind, erfüllen dieses Erfordernis nicht.

Entscheidung: DSV-SG, B. v. 13.02.1995 (GSG Süd 10.94)

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24 Stichwort: Auslandsstart ohne Genehmigung; Geldbuße; Wettkampfsperre

Vorschrift: WB §§ 17 Abs.1, 8 Abs.15; DSV-RO § 32 Abs.2

Leitsatz:

Startet ein Schwimmer ohne Genehmigung im Ausland für seinen Verein auf Grund einer ohne Beteiligung und Wissen seines Vereins selbst abgegebenen Meldung, kann gegen den Verein keine Geldbuße verhängt werden. Die Verhängung einer Wettkampfsperre gegen den Schwimmer bleibt davon unberührt.

Entscheidung: GSG Süd 7.94, B. v. 24.08.1994 (LSG BaySV)

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25 Stichwort: Spielausfall; verschlossenes Bad

Vorschrift: WB §§ 312 Abs.1, Abs.2, 314 Abs.1

Leitsatz:

Kann ein angesetztes Wasserballspiel nicht durchgeführt werden, weil das Bad verschlossen ist, gilt die Mannschaft, in deren "Zuständigkeitsbereich" der Spielausfall begründet ist, als nicht angetreten (§ 312 Abs.1 WB analog).

Entscheidung: GSG Süd 6.94, B. v. 03.10.1994 (LSG Hessen)

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26 Stichwort: Nichtvorlage; Wettkampfpass, Sportfähigkeitsattest

Vorschrift: WB §§ 8 Abs.12 (jetzt Abs.14),25 Abs.4 a; DSV-RO § 32 Abs.3

Leitsatz:

Führt ein Schwimmer bei einer Wettkampfveranstaltung seinen Wettkampfpass und/oder sein Sportfähigkeitsattest nicht mit, ist gegen seinen Verein je Fall die in den Wettkampfbestimmungen vorgesehene Ordnungsgebühr zu verhängen. Auf ein Verschulden kommt es dabei nicht an.

Entscheidung: GSG Süd 4.92, B. v. 05.10.1992

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27 Stichwort: Teilnahmeberechtigung; Gestellung von Kampfrichtern

Vorschrift: WB § 8

Leitsatz:

Einem Schwimmer kann die Teilnahme an einer Meisterschaft nur verwehrt werden, wenn eine der in dem § 8 Abs.1 a bis e WB genannten Voraussetzungen nicht erfüllt ist. Die Stellung von Kampfrichtern durch den meldenden Verein gehört nicht dazu.

Entscheidung: GSG West 2.97, B. v. 22.08.1997

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28 Stichwort: Wettkampfpass; Antrag

Vorschrift: WB §§ 8 Abs.1 Buchstabe c, 314 Abs. 1

Leitsatz:

Ein Wasserballspieler muss am Spieltag einer amtlichen Wettkampfveranstaltung einen gültigen Wettkampfpass besitzen. Unerheblich ist, ob der Pass bereits vorher beantragt wurde. Darauf könnte der Kläger sich allenfalls dann berufen, wenn zwischen Antrag und Ausstellung des Passes ein unangemessen langer Zeitraum liegt. Wer erst vier Tage vor einer Wettkampfveranstaltung einen erforderlichen Wettkampfpass beantragt, muss damit rechnen, dass dieser nicht mehr rechtzeitig zur Verfügung steht.

Entscheidung: GSG West, B. v. 12.08.1995

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29 Stichwort: Trainerlizenz; Wasserball

Vorschrift: WB §§ 348, 346 Abs.3

Leitsatz:

  1. Sinn und Zweck des § 348 WB ist es, dass die darin erwähnte Trainerlizenz die Lizenz als Wasserballtrainer betrifft. Im Interesse der Qualität des Wasserballsports sollen Mannschaften nur von ausgebildeten Wasserball-Trainern betreut werden. Der vorgeschriebene Besitz einer Ausbildungserlaubnis ist zwingend.
  2. Das Vorhandensein eines Trainers mit Wasserballlizenz (Strohmann) im Verein reicht wegen des Sinns und Zecks der Vorschrift nicht aus.
  3. Die Verhängung einer Ordnungsgebühr ist keine Ermessensentscheidung. Sie ist sowohl vom Grunde, als auch von der Höhe her durch das Schiedsgericht rechtlich nachprüfbar.

Entscheidung: DSV-SG, B. v. 08 05.1995 (GSG West), DSV-SG, B. v. 13.02.1995 (GSG-Süd)

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30 Stichwort: Wettkampfpass; Ordnungsgebühr

Vorschrift: WB § 8 Abs.14

Leitsatz:

Die Ordnunggebühr ist für jeden nicht mitgeführten Wettkampfpass gegen den Verein zu verhängen.

Entscheidung: GSG West, B. v. 19.05.1994

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31 Stichwort: Dopingverstoß; Entlastung

Vorschrift: ADB

Leitsatz:

In einem Verfahren wegen Dopingverstoßes ist es unabdingbar, dass der Untersuchungsführer (jetzt: Antidopingbeauftragter) auch den entlasteten Hinweisen nachgeht und diese in seiner Entscheidung berücksichtigt.

Entscheidung: GSG West, B. v. 17.03.1994

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32 Stichwort: Zusatzprogramm; Wasserball

Vorschrift: WB §§ 303, 344

Leitsatz:

Durchführungsbestimmungen, die die Berücksichtigung von Ergebnissen aus Wettkämpfen, die nicht in Form von Wasserballspielen durchgeführt werden (Zusatzprogramm) vorsehen, sind rechtwidrig. Neue materielle Regelungen können nur von den nach der DSV-Satzung dazu berufenen Organen beschlossen werden. Das ist für den Fachteil Wasserball der WB der HWA (jetzt: Fachausschuss Wasserball).

Entscheidung: GSG West, B. v. 19.05.1994

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33 Stichwort: Spielprotokoll; Wasserball

Vorschrift: WB § 324 Abs.2 (jetzt: § 344 Abs.3)

Leitsatz:

Die Übersendung eines Spielprotokolls an einen nicht zuständigen Ligenleiter (jetzt: Rundenleiter) kommt einer Nichtübersendung gleich.

Entscheidung: GSG West, B. v. 15.06.1991

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34 Stichwort: Befangenheit

Vorschrift: DSV-RO § 7 Abs.2

Leitsatz:

Ein Mitglied eines Schiedsgerichtes. dass sich an der allgemeinen Diskussion über die DSV-Bestimmungen beteiligt, kann deswegen im konkreten Einzelfall nicht wegen Befangenheit abgelehnt werden.

Entscheidung: GSG Nord 10.01, B. v. 27.12.2001

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35 Stichwort: Hausrecht; Schadenersatz; Zuschauer

Vorschrift: WB §§ 315, 346 Abs.1 Buchstabe a; RO §§ 9 Abs.1, 32; DSV-Satzung § 18 Abs.2

Leitsatz:

    1. Pflichten zur Wahrung der Sicherheit von Wasserball-Schiedsrichtern bei Wasserballspielen müssen, soweit sie sich nicht aus den WB ergeben, dem Ausrichter vom Vorsitzenden der Fachsparte/Fachwart konkret aufgegeben werden (etwa Absperrungen, Ordner, Sicherheitsbeaufragter). Nur die Vernachlässigung solcher im Rahmen des Hausrechts wahrzunehmender Pflichten kann mit einer Ordnungsmaßnahme geahndet werden.
    2. Für die disziplinarische Ahndung von negativem Zuschauerverhalten gegen einen Verein gibt es in der DSV-Satzung, in der RO und in den WB keine Rechtsgrundlage.
    3. Zuschauer bei einem Wasserballspiel unterliegen in dieser Eigenschaft nicht der Sportgerichtsbarkeit.

Entscheidung: DSV-SG 3/01, B.v.10.06.2002 (GSG West 5/01)

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36 Stichwort: Schiedsrichtereinsatz

Vorschrift: Kampfrichterordnung Wasserball §§ 7 Abs.2,
6 Abs.2 c; RO § 32; DSV-Satzung § 17 Abs.5

Leitsatz:

    1. Ein DSV-Schiedsrichter hat weder einen Rechtsanspruch, auf Dauer DSV-Schiedsrichter zu bleiben, noch als solcher eingesetzt zu werden.
    2. Die Eigenschaft als DSV-Schiedsrichter darf vom Vorsitzenden der Fachsparte bei berechtigten Zweifeln an der Eignung für eine bestimmte Zeit innerhalb einer Saison oder auf Dauer aberkannt werden, ohne dass es sich um eine Disziplinarmaßnahme handelt. Grund muss nicht zwangsläufig ein juristisch beweisbares Fehlverhalten sein. Ausreichend ist, wenn nach Einschätzung des Vorsitzenden der Fachsparte aufgrund eines Vorkommnisses das Vertrauen in die uneingeschränkte Neutralität des Schiedsrichters von den Vereinen bzw. Mannschaften bezweifelt wird. Insoweit kommt dem Vorsitzenden der Fachsparte ein Beurteilungsspielraum mit Wertungsvorbehalt zu.

Entscheidung: DSV-SG 2/01, B.v.10.06.2002 (GSG West 3/01)

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37 Stichwort: Kader

Vorschrift: RO § 13 a Abs.2

Leitsatz:

Klagt ein Verein die Berufung seiner Schwimmerin in einen Kader des DSV ein, muss er nachweisen, dass der Verein in seinen Rechten verletzt ist, sonst ist die Klage unzulässig.

Entscheidung: GSG Süd 7/00, B.v.04.07.2002

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38 Stichwort: Fristversäumung, Wiedereinsetzung

Vorschrift: RO §§ 30, 43 Abs.5

Leitsatz:

Ein Kläger, der nachweist, dass sein die Vereinsgeschäftsstelle führender Sponsor sein Personal (hier eine Vertretungskraft) nicht wie vereinbart unterrichtet hat, dass Schriftstücke mit Fristsetzung sofort dem Vorstand des Vereins zu melden sind, handelt bei einer darauf beruhenden Fristversäumung nicht schuldhaft. Ihm kann bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen des § 30 RO Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt werden.

Entscheidung: GSG Nord 1/02, B.v.15.07.2002

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39 Stichwort: Rundenleiter, Disqualifikationsberechtigung

Vorschrift: RO §§ 13 a Abs.2, 33 ; WB §§ 8 Abs.13 Satz 2, 27 Abs.6 u.7, 103, 120

Leitsatz:

    1. Ein Rundenleiter bei der DMS kann nach dem Wettkampf über eine Disqualifikation entscheiden, ohne dass er gleichzeitig Disziplinarberechtigter ist. Die Rechtsstellung des Schiedsrichters während des Wettkampfes muss auch dem Rundenleiter nach dem Wettkampf zugebilligt werden.
    2. Bei Einspruchsentscheidungen im vor-schiedsgerichtlichen Verfahren hat der Fachwart die Entscheidungshoheit, das "letzte Wort". Ein Rundenleiter bei der DMS, dessen Disqualifikationsentscheidung vom Fachwart aufgehoben wurde, hat dagegen kein Klagerecht, weil er nicht beschwert ist.

Entscheidung: GSG Süd 4/01, B.v.04.07.2002

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40 Stichwort: Auszeit, Vorteilsregel, Vorlegungszwang, Anfechtungsklage

Vorschrift: WB §§ 324 Abs.3, 329a Abs.4; RO §§ 24, 35

Leitsatz:

  1. Niemand hat einen Rechtsanspruch auf eigene Bestrafung. Der Kläger hatte einen mit einem Strafwurf für den Gegner zu ahndenden Regelverstoß begangen, um dem Gegner nach einem gegen den Kläger verhängten Strafwurf den Vorteil des Ballbesitzes zu nehmen. Der Schiedsrichter hat die Vorteilsregel (§ 324 Abs.3 WB) der Ahndungsregel (§ 329a Abs.4 WB) vorgezogen und den Strafwurf nicht gegeben. Das liegt in seinem Ermessen. Derjenige, der gegen die Regel verstoßen hat, ist dadurch nicht beschwert.
  2. Eine Klage muss nur dann dem DSV-Schiedsgericht vorgelegt werden, wenn die zu entscheidende Rechtsfrage, von der abgewichen werden soll, mit der vom DSV-Schiedsgericht entschiedenen Rechtsfrage gleich ist.
  3. Ist mit einer Einspruchsentscheidung des Fachwartes über eine Maßnahme (§ 27 Abs.9 WB) zusätzlich eine neue Disziplinarmaßnahme (§ 35 RO) verhängt worden, ist eine Klage gegen die Disziplinarmaßnahme nur dann zulässig, wenn vorher auch insoweit das Einspruchsverfahren durchgeführt wurde und dem Einspruch nicht abgeholfen wurde.

Entscheidung: GSG Nord 1/02, B.v.06.08.2002

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41 Stichwort: Rechte des Beigeladenen

Vorschrift: RO § 12 Abs. 5, VwGO § 66 Abs.2

Leitsatz:

Der Beigeladene hat, wenn eine notwendige Beiladung vorliegt, unabhängig vom Prozessverhalten des Klägers oder Beklagten die Befugnis Sachanträge zu stellen und eigene Prozesshandlungen vorzunehmen. Dazu gehört auch die Einlegung eines Rechtsmittels, wenn der Kläger und der Beklagte kein Rechtsmittel einlegen.

Entscheidung: DSV-SG , B. v. 16.12.2002 (GSG Süd 1.02)

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42 Stichwort: Startrecht, Wettkampfpass, DMS, Ergebniskorrektur, Vertrauensschutz

Vorschrift: WB §§ 8 Absätze 2, 12 a, 13 Satz 2

Leitsatz:

  1. Das Startrecht wird nicht allein durch die Ausstellung eines Wettkampfpasses erworben, sondern durch erstmalige Teilnahme an einem Wettkampf für den Verein oder durch Erteilung des Startrechts nach einem Startrechtwechsel.
  2. Beim Deutschen Mannschaftwettbewerb Schwimmen (DMS) sind die von der gesamten Mannschaft des Vereins erschwommenen Punkte nicht zu berücksichtigen, wenn ein oder mehrere gestartete Teilnehmer keine Teilnahmeberechtigung hatten. Die Mannschaft ist zu disqualifizieren.
  3. Bei der Überprüfung einer Ergebniskorrektur ist ausschließlich die objektive Sach- und Rechtslage maßgebend. Bei weiteren Maßnahmen gegen den Verein oder deren Überprüfung kann allerdings die Frage des Vertrauensschutzes angesichts einer unrichtigen Sachbehandlung, die im Verantwortungsbereich des Beklagten liegt, anders zu beurteilen sein.

Entscheidung: DSV-SG, B. v. 16.12.2002 (GSG Süd 1.02)

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43 Stichwort: Anfechtungsklage, Fristversäumung, Zustellungsvollmacht, Wiedereinsetzung

Vorschrift: RO §§ 30, 35 Abs. 3, 37 Abs.1

Leitsatz:

  1. Eine Anfechtungsklage gegen eine Disziplinarmaßnahme kann nur der Betroffene erheben, nicht sein Verein.
  2. Die Bevollmächtigung des Vereins durch die RO, für den Betroffenen in Disziplinarverfahren Zustellungen entgegen zu nehmen, darf nicht dazu führen, dass dem Betroffenen die Klagemöglichkeit genommen wird.
  3. Fehler des Vereins bei der unverzüglichen Benachrichtigung des Betroffenen von der Zustellung sind ein Wiedereinsetzungsgrund gegen die versäumte Klagefrist, jedenfalls dann, wenn der Betroffene nach Kenntnis von der Zustellung unverzüglich klagt.

Entscheidung: GSG Nord 3/03, B. v. 08.07.2003

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44 Stichwort: Fachsparte, Parteifähigkeit, Prozessvoraussetzung

Vorschrift: RO § 10

Leitsatz:

  1. Eine Fachsparte eines Schwimmverbandes ist eine Gruppierung nach fachlichen Gesichtspunkten. Sie ist nach der RO nicht parteifähig. Die Klage einer Fachsparte ist unzulässig.
  2. Die Parteifähigkeit ist eine Prozessvoraussetzung, die vom Schiedsgericht von Amts wegen zu prüfen ist.

Entscheidung: GSG Nord 4/03, B. v. 05.09.2003

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45 Stichwort: Beleidigung, Tätlichkeit, Einstellung des Verfahrens, Schmähkritik

Vorschrift: RO §§ 32 Abs. 1, 33 Abs. 1,36; WB § 345 Abs. 1, Abs. 2 b, e

Leitsatz:

  1. Bei Angriffen gegen den Schiedsrichter durch beleidigende Äußerungen und Tätlichkeiten ist für die Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld des Täters und unbedeutender Folgen der Tat kein Raum. Sie sind immer ein schwerwiegender Verstoß gegen die Sportdisziplin und müssen geahndet werden.
  2. Ein Schiedsrichter muss sachliche Kritik ertragen können, egal ob sie berechtigt oder unberechtigt ist. Gegen Schmähkritik gegen seine Person muss er geschützt werden.
  3. Selbst ein Fehler des Schiedsrichters ist kein Freibrief für unsachliche Angriffe gegen ihn.

Entscheidung: GSG Nord 3.03, B. v. 27.08.2003

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Joachim Rösener
Vorsitzender des Gruppenschiedsgerichts Nord des DSV

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Letzte Aktualisierung: 16.01.2007 •  webmaster@swimpool.de