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WB-Ecke

(22) Disziplinwidriges Verhalten eines Trainers

Frage: Bei Spielen in einer Runde, in der ich als Schiedsrichter amtiere, ist ein Trainer tätig, dem ich schon mehrmals wegen seines undisziplinierten Verhaltens (Beleidigungen u. ä.) die rote Karte gezeigt und den ich dann auf die Tribüne verwiesen habe. Ich habe darüber dem Rundenleiter berichtet und die Vorfälle in das Spielprotokoll eingetragen in der Hoffnung, dass gegen ihn eine Disziplinarmaßnahme verhängt wird. Nichts ist geschehen. Sollen wir Schiedsrichter einem solchen Rüpel hilflos ausgeliefert sein?

Antwort: Ich kann Ihre Frage verstehen und kann als Antwort nur Nein sagen. Sie können sich zunächst helfen, indem Sie den Rüpel unter Berufung auf § 324 Abs. 5 WB aus dem Wettkampfbereich bzw. aus der Wettkampfstätte verweisen. Dabei muss Ihnen. ggf. der Ausrichter durch Ausübung des Hausrechts behilflich sein (§ 315 WB). Vor allem aber muss sich der Rundenleiter (= Disziplinarsachbearbeiter) vor seine Schiedsrichter stellen. Ohne sie ist ein Spielbetrieb unmöglich, wenn sie aus Verärgerung ihr Amt aufgeben. Dem Rundenleiter steht die Rechtsordnung (RO) zur Seite. § 33 RO enthält einen umfangreichen Katalog von Disziplinarmaßnahmen. Im Einzelfalle wäre zu prüfen, welche dem Verhalten des Rüpels entspricht. Mit einer Warnung, einer Rüge oder einem Verweis wird es wohl sein Bewenden nicht haben können. Eine Wettkampfsperre ist nicht am Platze, weil er ja als Trainer nicht an einem Wettkampf teilnimmt. Eine Geldbuße (bis zu 2.000 Euro !) würde ihre Wirkung sicherlich nicht verfehlen; denn wenn es ans Geld geht, hört bekanntlich die Freundschaft auf. Wenn es ganz schlimm kommt, kann auch das Schiedsgericht eine zeitliche oder dauernde Aberkennung der Fähigkeit zur Ausübung seiner Tätigkeit aussprechen (§ 33 Abs. 3 RO). Von dem "guten Willen" des Rundenleiters sind Sie also nicht abhängig. Sie können nämlich auf Grund von § 13 RO beim Schiedsgericht klagen und dort verlangen, dass eine Disziplinarmaßnahme vom Schiedsgericht verhängt wird. wenn erst einmal solche Entscheidungen gefallen sind, wird sich das herumsprechen und eine Wirkung nicht ausbleiben. Die Schiedsrichter müssen nur Mut haben.

Gerhard Dierich

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Letzte Aktualisierung: 31.07.2003 •  webmaster@swimpool.de