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Sportlerportrait 05/2012 — Daniel Trosin: In 365 Tagen (fast) einmal um die Welt. WM-Titel war sein schönstes Mitbringsel

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Daniel Trosin

Die Reisekilometer in Sachen Schwimmsport im Jahr 2012 von Daniel Trosin übersteigen zwar bei weitem seine in diesem Kalenderjahr absolvierten Trainingskilometer, aber ohne den im Vorfeld geleisteten Trainingsaufwand wären die Reisen, die den Schwimmer der SG Bayer Wuppertal/ Uerdingen/ Dormagen fast um den ganzen Erdball führten, gar nicht erst zustande gekommen. Türkei, Kanada und China waren die weitesten Ziele des am 26. Februar 1995 im bekannten Wallfahrtsort Neviges am nördlichen Rand des Bergischen Landes gelegen, geborenen Daniel Trosin, der heute im Velberter Stadtteil Tönisheide wohnt.

Zur Schule geht Daniel in Wuppertal, wo er die zehnte Klasse des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums besucht. 2015 will er dort sein Abitur machen. Seine berufliche Zukunft sieht er bei der Polizei. Zum Schwimmen kam Daniel schon sehr früh. Seine Eltern nahmen den kleinen Daniel schon im zarten Kindesalter regelmäßig mit ins Schwimmbad. Geschwister hat Daniel Trosin keine. Ernsthaft beschäftigt sich Daniel mit dem Schwimmsport seit 2001, als er mit dem SV Neviges seinen ersten Verein fand.

2005 wechselte er zur Wuppertaler Abteilung der SG Bayer Wuppertal/ Uerdingen/ Dormagen, wo er mittlerweile zu den Leistungsträgern gehört. "Bei Bayer habe ich sehr viel gelernt. Hier kümmert man sich um die Sportler. Keiner wird benachteiligt und die Zusammenarbeit mit allen Trainern ist ausgesprochen gut" lobt Daniel seine jetzige sportliche Heimat. Wer ihn übrigens in der Schwimmhalle bei seinem Vornamen Daniel ruft, läuft Gefahr, dass er nicht reagiert. Im Verein nennen ihn alle Walter. "Diesen Spitznamen hat mir mein damaliger Trainer Ron Lengyel gegeben, als ich noch in der dritten Trainingsgruppe war. Wie ich zu diesem Namen gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Es hat sich einfach so eingebürgert", schmunzelt Daniel, sprich Walter.

Wäre Daniel Trosin nicht Schwimmer geworden, könnte er sich vorstellen Wasserballer zu sein. "Wasserball finde ich sehr interessant und ich will das in jedem Fall auch gerne einmal ausprobieren", sagt Daniel. Interessiert zeigt er sich auch an Badminton. An dieser Sportart fasziniert ihn die Schnelligkeit und das taktische Spielverständnis. Was er nicht machen würde ist Turnen. Hier scheut er in erster Linie die Verletzungsgefahr. Als sein sportliches Vorbild nennt uns Daniel Trosin den Freiwasserschwimmer Thomas Lurz. "An ihm begeistert mich, dass er in seinem Alter noch so erfolgreich ist. Auch wie er trainiert finde ich klasse", beschreibt Daniel, warum er Lurz, der bei den Olympischen Spielen 2012 in London über zehn Kilometer die Silbermedaille gewann, zu seinem Vorbild erkoren hat.

Beeindruckt zeigt sich Daniel Trosin auch vom zweifachen Olympiasieger von London, dem Chinesen Sun Yang. "Der kann von 200m bis 1500m Freistil alles schwimmen, hat eine tolle Technik und Ausdauer" gerät Daniel auch über den Chinesen ins Schwärmen. Wie man bei der Nennung seiner Vorbilder unschwer erraten kann, ist auch Daniel Trosin auf den langen Freistilstrecken und im Freiwasser zu Hause. Lang fängt für ihn übrigens erst bei 1500m an. "Nach oben sind bei mir danach keine Grenzen gesetzt", erklärt Daniel, der sich vorgenommen hat, im Freiwasser auf jeden Fall einmal die 25 Kilometer zu schwimmen. "Ich versuche aber auf jeden Fall zweigleisig zu fahren, was Becken und Freiwasser angeht. Im Becken schwimme ich auch die kürzeren Freistilstrecken, die ich für die langen Strecken brauche, wenn ich dort erfolgreich sein will. In dem Alter, in dem ich jetzt bin, will ich mich noch nicht spezialisieren. Derzeit mache ich beides. Sollte ich feststellen, dass ich im Freiwasser erfolgreicher bin, werde ich aber wohl dorthin wechseln".

Im Freiwasser hat Daniel auf jeden Fall bereits gemerkt, dass hier die Taktik eine übergeordnete Rolle spielt. "Man muss sich bei einem Rennen schnellstmöglich vorne einordnen aber nicht unbedingt die Führung übernehmen, damit man Kraft spart, die man braucht, um am Ende noch einmal richtig Dampf machen zu können", gibt uns Daniel einen Crashkurs in Sachen Freiwasserschwimmen. Seine bislang größten sportlichen Erfolge auf Ebene des SV NRW feierte Daniel Trosin im Becken.

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Bei den NRW-Kurzbahnmeisterschaften 2012 gewann Daniel Trosin (Mitte) über 1500m Freistil seinen ersten Titel in der offenen Klasse

Von 2009 bis 2012 wurde er ununterbrochen Jahrgangsmeister über 400m und 1500m Freistil sowohl auf der Lang- als auch auf der Kurzbahn. In der offenen Klasse wurde er unter anderem 2011 Vizemeister über 1500m Freistil auf der Kurzbahn. Über die gleiche Strecke wurde Daniel in diesem Jahr erstmals NRW-Meister in der offenen Klasse auf der Kurzbahn.

Auf DSV-Ebene ging Daniels Stern im Jahr 2009 auf. Hier wurde er in Hamburg dreifacher Deutscher Jahrgangsmeister über 400m, 800m und 1500m Freistil. Seinen ersten deutschen Jahrgangstitel im Freiwasser gewann Daniel 2010 über fünf Kilometer. Ein Jahr später wurde er über diese Strecke Deutscher Vizemeister, wie auch über 1500m Freistil im Becken. In diesem Jahr gewann er im Freiwasser über fünf Kilometer wieder den Titel und wurde Vizemeister der Jahrgangsgruppe 1994/1995 über zehn Kilometer.

Hiermit qualifizierte sich Daniel für die Freiwasser-JEM in Kocaeli (Türkei). Über 7,5 Kilometer in 1:26;09,0 gewann er mit Bronze gleich bei seinem ersten JEM-Einsatz auch seine erste Internationale Medaille. Das brachte ihm gleichzeitig die Nominierung für die Jugend-Freiwasser-Weltmeisterschaften im kanadischen Welland ein. Hier belegte Daniel über 7,5 Kilometer einen hervorragenden achten Platz.

Sein größter Triumpf bei diesen Welt-Titelkämpfen folgte in unmittelbarer Nähe zu den Niagara-Fällen zwei Tage später. Im mit Männern und Frauen gemischten Team-Wettbewerb der Jahrgänge 1994/95 über 3x3 Kilometer wurde Daniel Trosin zusammen mit Rob Muffels und Finnia Wunram (beide SwimTeam Elmshorn) mit einer Gesamtzeit von 1:40;51,9 Weltmeister !!! Für Daniel war dieser Titelgewinn zusammen mit seinem dritten Platz bei der JEM das bisher schönste Erlebnis im Schwimmsport.

Aber auch die Trainingsmaßnahme mit dem "Junior-Top-Team" " des SV NRW, dessen Gründung er für seine weitere Entwicklung als sehr wichtig empfindet, in Shanghai (China) zählt Daniel zu den Top-Ereignissen seines Schwimmerlebens. Sein sportliches Fernziel ist, einmal bei Olympischen Spielen starten zu können. Hier soll ihm seine Mitgliedschaft im Junior-Top-Team eine wertvolle Hilfe sein.

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Wie die meisten Top-Athleten unseres Landesverbandes bleibt auch Daniel Trosin nicht viel Zeit für Hobbys. Seine knapp bemessene Freizeit verbringt er gerne mit Freunden. Mit denen geht er gerne ins Kino. Außerdem feiert er sehr gerne. Die Frage nach seinen Lieblingsspeisen beantwortet Daniel zunächst mit einem Grinsen. Dann verrät er: "Ich esse unwahrscheinlich gerne Kuchen und hier am liebsten Frankfurter Kranz".

Sich selbst sieht er als einen ausgeglichen Menschen. "Ich bin mit meinem Leben, so wie es jetzt ist, zufrieden. Ich lasse mich nicht stressen und rege mich eigentlich über nichts auf", sagt Daniel. Sein Lebensmotto "Work Hard - Play Hard" versucht er jedoch weitestgehend umzusetzen. Das Jahr 2012 ist seiner Ansicht nach für ihn perfekt gelaufen. "Ich bin viel rumgekommen und habe viel erreicht. Es war das bisher beste Jahr meines Lebens", blickt DanieI zufrieden auf das zur Neige gehende Jahr 2012 zurück. Wir wünschen Daniel, den alle Walter nennen, dass noch viele glückliche und erfolgreiche Jahre folgen.

Peter Kuhne

 
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Letzte Aktualisierung: 19.12.2012 •  webmaster@swimpool.de